„Nicht das Kind sollte sich der Umgebung anpassen, sondern wir sollten die Umgebung dem Kind anpassen.“

Maria Montessori

Ökologie und Nachhaltigkeit

Die Nutzung von Erdwärme und Solarenergie, der Verzicht auf unnötige Mess- und Steu­erungstechnik, konstruktive Verschattungsanlagen sowie der Einsatz ökologischer und nach­haltiger Materialen sind Merkmale des innovativen bautechnischen Kon­zeptes.

Mit seiner zukunftsweisenden Konzeption stellt das neue Schulgebäude ohne Zweifel einen wertvollen Beitrag zum aktuellen Thema des Energie- und ressourcenschonenden Umgangs mit unseren Rohstoffen dar.

Energiekonzept

Ein zukunftsweisender Ansatz mit Vorbildcharakter

Der Neubau folgt einem wegwei­senden innovativen Ansatz. Das energetische Konzept wird besonders bei Schulgebäuden eine Vorrei­terrolle übernehmen. Als Low-Tech-Gebäude im KFW 55 Standard geplant, wird die Gebäu­detechnik auf ein Minimum reduziert. Die Haupt­lüftung der Gruppen- und Klassenzimmer erfolgt über die Fenster, zusätzliche Lüftungsvor­richtungen werden sehr sparsam eingesetzt. Die Fenster erhalten zur Beschattung und Tageslicht­steuerung Schiebeläden, die händisch bedient werden. Feststehende Bauteile vor den Fas­saden und in den Loggien sor­gen für eine weitere Beschattung.

Bei dem Neubau handelt es sich um einen Massivbau mit einer Tragekonstruktion in Stahl­betonbauweise. Die sichtbaren Außenwände werden mit vorgehängtem Klinkermauerwerk mit einer Lochfassade und Holzfenstern ausgeführt. Der sommerliche Wärmeschutz im Log­gienbereich ist über hölzerne, feststehende vertikale Lamellen sichergestellt, zusätzlich bie­ten Dachüberstände und bewachsende Pergolen in den Sommermonaten ausreichend Schutz vor Wärmeeintrag. Die Materialien Holz und Klinker sind nicht nur ökologisch und res­sour­cen­schonend, sie schaffen zudem ein natürliches und stimmungsvolles Erschei­nungsbild.

Das Material Holz findet sich auch im Inneren des Gebäudes wieder. Feststehende Holzla­mellen und bewegliche Holzschiebeelemente neben bodentiefen Verglasungen ermöglichen variable Raumgestaltungen und schaffen lichtdurchflutete Bereiche.

Durch den Einsatz von Baffeldecken und zusätzlichen Absorbern wird eine optimale Akustik erreicht, raumdurchgehende Schienen sichern eine individuelle Beleuchtung.

Geheizt wird über eine Bauteilaktivierung, die ihre Energie aus Geothermie bezieht. Hierfür werden durch ca. 65 Bohrungen Erdsonden bis zu einer Tiefe von 60 Metern in die Erde ein­gebracht. Im Sommer wird das Gebäude mit dieser Technik gekühlt bzw. temperiert. Eine große Photovoltaikanlage auf den Dächern liefert die Energie für Geothermie und Wärme­pumpen und trägt dazu bei, das Gebäude energieautark zu machen. CO2-Emmissionen gibt es nicht.

Die Warmwassererzeugung erfolgt dezentral mit kleinen Durchlauferhitzern, so dass im Gebäude keine stö­rungsanfälligen Zirkulationsleitungen erforderlich werden und somit automatisch ein Legio­nellenschutz gegeben ist.

Auf ökologisch bedenkliche Baustoffe wie Styropor wird verzichtet, die Dämmung erfolgt aus regenerativen Naturbaustoffen, wie Weichholzfaserplatten.

Die extensive Begrünung der Flachdächer sowie die Fassadenbegrünung an den vertikalen Lamellen gleichen die notwendige Bodenversiegelung durch das Gebäude teilweise aus. Hier werden nicht nur In­sekten Nahrung und Kleintiere Bruträume finden, auch der som­mer­liche Hitzeeintrag kann hierdurch deutlich reduziert und Regenwasser aufgenommen wer­den. Das von versiegelten Flächen anfallende Regenwasser wird auf dem Grundstück auf versicke­rungsfähige Flächen und Rigolen abgeleitet.

Grünkonzept

Drunter, drüber, außen rum, die grüne Lunge des Zentrums

Über einen gepflasterten Hof, der dem Vorplatz des Altbaus gegenüber liegt, erreicht man den Schuleingang und den Eingang zu den westlichen Kindergartengruppen. Die östlichen Kin­der­gartengruppen erreicht man über die Stichstraße, die auch zu den Stellplätzen im Osten des Neubaus führt. Fahrradabstellplätze befinden sich sowohl vor der Lehrküche, als auch vor dem Tunneleingang.

Der Fußgängertunnel wird bis zur Dr.-Carlo-Schmid-Straße verlängert und mit Erdreich über­deckt, so dass ein großzügiges Außengelände entsteht, das zur Straße und zur Stichstraße hin mit Stützmauern abgegrenzt ist. Die Freifläche für den Kindergarten liegt auf der Höhe der jetzigen Schotterparkfläche. Der begrünte Bereich für die Schule zieht sich an und unter der Böschung entlang über den Fußgängertunnel, ein Weg durch diesen Bereich verbindet den Neubau mit der Geschäfts­stelle, der MOS und der Krippe. Zwischen den Bäumen und Büschen gibt es Sitzgruppen.

Die Freifläche für den Kindergarten erhält eine Geländestufe, über die ein Wasserlauf in ei­nen Wasserspielbereich fällt, einen großzügigen Sandspielbereich und eine Wiese. An den Zäunen entlang finden sich Beerensträucher und heimische Heckenpflanzen. Die Terrassen vor den Gruppenräumen sind mit Pflanzkästen abgegrenzt, in denen Kräuter und Gemüse gezogen werden können.

Baumschutz und Artenschutz

Baumbestand und Nachpflanzungen

Bereits im Februar 2021 beginnen auf dem Baugrundstück mit der Rodung des Baumbe­standes die ersten Arbeiten. Dieser Maßnahme sind umfangreiche Untersuchungen voran­gegangen, wie der Landschaftspflegerische Begleitplan und die Spezielle artenschutz­recht­liche Prüfung. Bei dem Gehölzbestand in Böschungslage handelt es sich um einen dicht bei­einanderstehenden Wildwuchs, der vor allen Dingen im unteren Bereich völlig ausgekahlt ist. Nach eingehender Prüfung stellte sich heraus, dass Stammrisse, abgestorbene Exemplare, Schiefstand, Druckzwieselbildung sowie Schädlingsbesatz den Erhalt einzelner Baumgrup­pen ausschließen. Risiken im Erhalt, nicht absehbare Schädigungen sowie nicht kalkulier­ba­re Kosten führten zu dem Entschluss, den Baumbestand auf dem Baugrundstück zu fällen.

Als Kompensationsmaßnahme für die Abholzung werden hier nach Fertigstellung des Neu­baus wieder heimische, besonders klimatolerante Bäume gepflanzt. Wir werden darauf ach­ten, neben frühblühenden Bäumen auch Spätblüher zu pflanzen, um damit ein möglichst langes Nahrungsangebot für die Insekten (Bienentracht) zu schaffen.

Die „Spezielle artenschutzrechtliche Prüfung“

Um zu prüfen, inwiefern artenschutzrechtlich relevante Pflanzen- oder Tierarten von den Maß­nahmen betroffen sein könnten, für die ggf. Schutzmaßnahmen einzuplanen wären, wurde ein Gutachten, die sog. Spezielle artenschutzrechtliche Prüfung erstellt. Aus diesem Gutachten erfolgte die Auflage, Vorkehrungen zur Vermeidung von Gefährdungen für Tier- und Pflan­zen­arten zu treffen. Neben dem Schutz der heimischen Zauneidechse steht hier der Schutz des westlich des Baugrundstücks ver­bleibenden Baumbestandes im Vordergrund. Ein ortsfester Baumschutzzaun wird während der gesamten Bauzeit den verbleibenden Baum­be­stand eingrenzen, auch um Vögel und Freibrüter zu schützen. Spezielle Kleintierschutzzäune sollen garantieren, dass keine Zaun­eidechsen auf die Baustelle laufen. Darüber hinaus soll ab März 2021 die Schaffung von po­tentiellen Eidechsenhabitaten außerhalb des Eingriffsbereichs mit einer ökologischen Bau­begleitung (ÖBB) erfolgen. Fledermauskästen und Kleinvogel­nist­kästen werden in der Folge die Maßnahmen zum Schutz der Kleintiere und Vögel ergänzen.

Eine lange Planung findet nun seine Umsetzung, aus Wünschen wird Wirklichkeit. Mit diesem Neubau werden wir unserer Verantwortung für die Zukunft unserer Kinder nicht nur im pädagogischen An­satz, sondern auch im Umgang mit unseren Ressourcen gerecht.

Ökologische Ausgleichsmaßnahmen – hier ist die Mitarbeit von Eltern erforderlich, Nachbarn sind willkommen

Die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen müssen über 25 Jahre vorgehalten und gepflegt werden. Dies beinhaltet die Anlage von Eidechsenhabitaten in der unbearbeiteten Fläche sowie den Bau, die Anbringung, Pflege und Beobachtung von Fledermauskästen und Klein­vogelnistkästen.

Diese Arbeiten können nur geschultert werden, wenn sich Eltern finden, die ihre Mitarbeits­stunden hier einbringen! Fledermaus- und Kleinvogelnistkästen können bereits ab Februar 2021 ange­bracht werden. Wenn Sie mitmachen möchten, melden Sie sich bitte beim Elternbeirat!

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