Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren befinden sich nach Maria Montessori in der Phase der späten Kindheit. Für diese Altersgruppe legt die Montessori-Pädagogik den Rahmen der Kosmischen Erziehung fest, der den Kindern Orientierung und Zusammenhänge in ihrer Welt eröffnet. Gleichzeitig lernen die Kinder der Primarstufe nach wie vor mit den bewährten Montessori-Materialien, die sie beim selbstständigen Entdecken und Verstehen unterstützen.
In diesem Alter erweitern Kinder ihre sozialen Interaktionen, die Gruppe gewinnt zunehmend an Bedeutung. Sie interessieren sich verstärkt für Fragen der Gerechtigkeit und Moral und entwickeln die Fähigkeit, Ursachen und Wirkungen zu erforschen. Ihre Vorstellungskraft wächst, sie erschließen komplexere Zusammenhänge und sind neugierig darauf, Schriftsprache und Mathematik zu erlernen.
Die Montessori-Pädagogik nimmt diese Entwicklungsbedürfnisse gezielt auf. Kinder können nur dann wesentliche Erfahrungen mit den Lerngegenständen und auch mit sich selbst machen, wenn sie sich in tiefer Konzentration auf ihre Aufgaben einlassen können – ein zentrales Prinzip für selbstständiges Lernen und nachhaltige Entwicklung.
Am MONTESSORI Zentrum Nürnberg ist die Primartufe untereilt in…
Die Kinder der Grundstufe werden altersgemischt unterrichtet. Der Unterricht endet um 12:30 Uhr, am Mittwoch bereits um 11:45 Uhr.
Die Kinder der ersten Klasse haben aufbauend bis zu den Herbstferien bis 11:45 Uhr Unterricht; danach nach dem regulären Stundenplan.
Die 3. und 4. Klassen erhalten jeweils am Dienstag gebundenen Deutsch und Matheunterricht mit einzelnen Themenschwerpunkten. Dazu werden die Kinder aus verschiedenen Klassen zusammengefasst. Es ist ein Unterricht für alle Kinder der Jahrgänge drei und vier, keine spezielle Vorbereitung für den Übertritt auf das Gymnasium. Die direkt aufgegebene Arbeit sollte als Teil der FaN bearbeitet werden.
Die Mittelstufe ist eine Zeit des Übergangs und der Orientierung. Die Schüler*innen lernen zunehmend selbstverantwortlich zu arbeiten, ihre Lernprozesse zu reflektieren und Verantwortung für sich und die Gemeinschaft zu übernehmen.
Die Kinder werden nach den gleichen Prinzipien und mit einem ähnlichen Unterrichtsablauf wie in der Grundstufe unterrichtet. Ein erstes Praktikum ermöglicht ihnen, ihre Interessen zu erproben und Erfahrungen in der außerschulischen Welt zu machen.
In der Mittelstufe werden erstmalig Wahlpflichtfächer angeboten (Differenzierter Sport, Theater, Werken & Textil, Studierzeit etc.). Diese werden zum Schuljahresende für das folgende Schuljahr gewählt. In der 6. Klasse der Mittelstufe haben die Schüler*innen die Möglichkeit, Spanisch als freiwilliges Wahlfach zu wählen.
Die Mittelstufenklassen sind jahrgangsgemischte Klassen im Ganztag Montag bis Donnertag 08:15 bis 15:45 Uhr, Freitag 08:15 bis 13:15 Uhr.
Klassen bilden unsere Grundstufe: Apfel, Birke, Ginkgo, Kastanie, Linde, Ahorn, Eiche, Kirsche und Weide.
Montessori-Materialien sind spezielle von der italienischen Ärztin und Pädagogin Maria Montessori entwickelte Lernmaterialien.
Es existieren verschiedene Materialien für das Erlernen von Mathematik, Geografie oder Satzbau und Grammatik. Das Material wird immer unter dem Aspekt eingesetzt, die Ausbildung des Willens, also die Selbstständigkeit des Kindes zu fördern, indem es die Möglichkeit erhält, durch eigene Entdeckungen und Handlungen in seinem individuellen Tempo zu lernen.
In erster Linie dient das Material dazu, zur Konzentration auf das Thema zu führen, aber ebenso bildet die Arbeit damit Denkstrukturen und Transferleistungen aus, die Grundlage weiteren Lernens und Erforschens sind. Der Umgang mit Montessori-Material führt zu Konzentration und schult die Feinmotorik.
Alles Material, das wir einsetzen, wird kritisch darauf überprüft, ob es den Ansprüchen genügt, die wir an Montessori-Material stellen:
Einen Eindruck davon, wie Kinder mit dem Montessori-Material lernen, finden Sie unter anderem in zahlreichen Online-Videos. Hier sehen Sie beispielsweise eine Erklärung des Satzsterns.
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Mehr Informationen
Damit die Kinder vor dem Unterrichtsbeginn noch Zeit haben einander von den Erlebnissen auf dem Schulweg zu berichten, ihre Freiarbeit am nachmittag zu zeigen und Kontakt zu Pädagog*innen und Freund*innen aufzunehmen, ist es sinnvoll, wenn die Kinder bereits ab etwa 8:00 Uhr ankommen.
Die Kinder nehmen ihre Arbeit auf, sobald sie ankommen. Dies ist spätestens um 8:15 Uhr der fall. An allen Tagen beginnt die Schule mit mindestens zwei Stunden Freiarbeit.

Freiarbeit bedeutet, dass die Kinder den Inhalt ihrer Arbeit, ihre Arbeitspartner*in und den Arbeitsplatz frei wählen können. Ob die Kinder in diese Phase „hineingleiten“ oder ob der Beginn für die ganze Gruppe mit einem Morgenkreis markiert wird, bleibt der Einschätzung der Pädagog*innen überlassen. Bei der Arbeit wird im Flüsterton gesprochen – nur so ist es möglich, dass viele gleichzeitig an ganz unterschiedlichen Projekten arbeiten können, ohne sich zu stören.
Die Inhalte der Fächer wie Deutsch, Mathematik, Kunst, Musik oder den Naturwissenschaften
werden in der freien Arbeit in Darbietungen und Folgeaufgaben wie Übungen, Versuchen,
Referaten, Going-Outs erarbeitet.
Es gibt eine Frühstückspause im Klassenzimmer, in der die Kinder an den Tischen sitzen, in Ruhe das mitgebrachte Frühstück essen und vielleicht den Tee trinken, den jemand aus der Klasse inzwischen gekocht hat.

Der Pausenhof bietet eine Reihe von Spiel-, aber auch Rückzugsmöglichkeiten und er wird weiter im Sinne einer vorbereiteten Umgebung ausgestaltet. Es gibt gemeinsame Bereiche für Primar- und Sekundarstufenschüler, aber auch Bereiche, die den älteren Schüler*innen allein vorbehalten sind.
Fächer, die spezielle Räumlichkeiten benötigen oder Angebote, bei denen bestimmte Altersgruppen zusammengefasst werden, werden in Absprache mit unseren Fachlehrkräften geplant und durchgeführt.
Wir bieten Fachunterricht in den folgenden Bereichen: Religion, Spanisch, Musik, Informatik, Sport, Natur und Technik, Werken-Gestalten und Soziales-Technik.
Der Unterricht endet an vier Tagen für alle um 12:30 Uhr.
Mittwochs endet der Unterricht für die Erst- und Zweitklässler um 11:45 Uhr.
Dritt- und Viertklässler haben einmal in der Woche Nachmittagsunterricht, der um 14:30 Uhr endet.
Für eine Betreuung Ihres Kindes nach Unterrichtsende bieten wir am Zentrum unsere Mittagsbetreuung sowie die Betreuung im Hort an.
Lernen ist nicht auf die schulische Unterrichtszeit begrenzt. Gelernt wird von vornherein auch zu Hause: Wie man einen Kuchen bäckt, wie man einkauft, wie man etwas repariert, den Rasen mäht usw. Diese Lernformen werden während der Schulzeit bewusst gepflegt und als sinnvoll erfahren. Deshalb werden Kinder und Jugendliche an der MONTESSORI Schule immer wieder dazu aufgefordert, ihre häuslichen Lernerfahrungen in den Unterricht einzubringen und Kenntnisse weiterzugeben.
Wir erwarten, dass die Kinder sich auch außerhalb der Schule regelmäßig mit schulischen Themen und ihren Lernaufgaben beschäftigen. Das Ziel der Montessori-Pädagogik ist, dass sie das freiwillig und selbstständig tun. Es gibt keine regelmäßigen, gleichen, für alle verpflichtenden Hausaufgaben.
Neben der Arbeit gibt es immer wieder feierliche Höhepunkte, die die Klasse gemeinsam gestaltet. Das sind insbesondere die Geburtstage der einzelnen Kinder, kleine Feste zum Abschluss eines Projekts oder zu den Festtagen im Jahreslauf. Im Zusammenhang mit Projekten finden häufig Exkursionen statt. Einmal im Jahr ist jede Klasse für eine Woche in einem Schullandheim.
Eine große Rolle im Schulleben spielen der jährliche Tag der Offenen Tür im Oktober sowie das Sommerfest im Juli. Alle Klassen beteiligen sich bei der Gestaltung oder nutzen die Gelegenheit für eine Präsentation ihrer Arbeit.
In der Grundstufe können die Kinder zunächst nur in geringem Maß ihre eigene Arbeit dokumentieren. Sie führen z. B. ein Heft, in das sie regelmäßig ihre „Freiarbeit am Nachmittag“ eintragen und im Lauf der Zeit lernen, das differenziert und übersichtlich zu tun.
Sobald sie schreiben können, beginnen sie ihre Arbeit in der Schule auf Karteikarten zu dokumentieren. Ein Großteil der Dokumentation muss aber noch von den Pädagog*innen übernommen werden: Sie führen Beobachtungsbögen über Arbeits- und Sozialverhalten der Kinder. Sie geben ihnen Rückmeldungen, leiten sie zur Selbsteinschätzung an und schreiben zum Schuljahresende Zeugnisbriefe an das Kind, in denen die Beobachtungen zum Arbeits- und Sozialverhalten, zum Kenntnisstand in den einzelnen Fachbereichen sowie Anregungen zur weiteren Arbeit zusammengefasst sind. Jeweils zum Halbjahr findet ein Zeugnisgespräch statt, bei dem das Kind seinen Eltern berichtet, was es gelernt hat, wie es ihm in der Schule geht und welche Ziele es sich für das nächste Halbjahr setzt. Den Zeugnisgesprächen geht eine intensive Reflexions- und Vorbereitungszeit in der Klasse voraus. Die Fähigkeit zur Selbsteinschätzung wird dabei gestärkt, die Motivation der Kinder bleibt erhalten. Bei zusätzlichen Elterngesprächen sprechen Lehrer*innen und Eltern über eventuelle Lernschwierigkeiten und Lehrer*innen geben Tipps zur Vermittlung von Lerninhalten.
Eine wichtige Rolle spielen an unserer Schule regelmäßige Elterngespräche. Zu einem ersten Gespräch im Jahr werden die Eltern von den Klassenlehrer*innen eingeladen, den zweiten Termin vereinbaren die Eltern selbst.
Alle Kinder, die in eine der üblichen Grundschulen eingeschult werden könnten, können auch die MONTESSORI Grundschule besuchen. Dazu gehören auch Kinder mit Behinderung. Es ist uns dabei wichtig, dass deren Eltern sich für das MONTESSORI Konzept entscheiden und zu Hause nach ähnlichen Prinzipien erziehen.
Jährlich können wir 50 Plätze neu besetzen, davon zwei für Kinder mit Behinderung.
Der Anmeldeschluss für Erstklässler*innen ist Mitte Januar des Jahres der Einschulung. Den genauen Termin finden Sie jeweils auf unserer Webseite. Wenn Sie ein Kind mit Behinderung einschulen möchten, bitten wir um Anmeldung bis zum Dezember. Anmeldungen (auch für Seiteneinsteiger*innen) werden immer angenommen, die Reihenfolge von Anmeldungen spielt keine Rolle. Die Entscheidung, ob ein Kind einen Schulplatz bekommt, fällt im Rahmen des Aufnahmeverfahrens. Für Erstklässler*innen findet der Schnupperunterricht Ende Januar statt. Seiteneinsteiger*innen werden jeweils zum Halbjahr bzw. zum Schuljahresende aufgenommen, wenn Plätze frei geworden sind.
Seiteneinsteiger*innen
Da wir nur einzelne Plätze für Seiteneinsteiger*innen anbieten können, beraten unsere Lehrkräfte Eltern persönlich, wenn ein Platz in einer Klasse frei wird.
Gerne können interessierte Eltern, die sich um einen Platz auf der Warteliste bewerben möchten, die Informationsmöglichkeiten beim Tag der Offenen Tür oder das Scola-Angebot nutzen.
Wenn wir den Grundgedanken der Montessori-Pädagogik folgen könnten, würde es dieses „Ende der Grundschulzeit“ nicht geben, sondern stattdessen eine Schule für ALLE, die dann wirklich alle bis zur zehnten oder zwölften Klasse besuchen.
In Bayern – wie in vielen anderen Bundesländern auch – fällt jedoch die Entscheidung für die weitere Schullaufbahn nach der vierten Klasse.
Informationen zu möglichen Schullaufbahnen und den unterschiedlichen schulischen Angeboten bekommen die Eltern beim „Beratungsabend zur Schullaufbahn“, der jährlich im November stattfindet.
Die Ziele der MONTESSORI Schule Nürnberg verbieten es, den Unterricht in den Klassen an einem „Übertritt ans Gymnasium“ auszurichten. Im Mittelpunkt steht bei uns die Gleichwertigkeit und Gleichrangigkeit aller Kinder. Von daher geht es darum, jedes einzelne Kind in seinen persönlichen Stärken zu fördern und vor allem die Lernbereitschaft weiter auszuschöpfen, die in der späten Kindheit bis zur 6. Klasse stark zunimmt.
Die Kosten für einen Schulbesuch entnehmen Sie bitte unserer Mitgliedsbeitrags- und Gebührenordnung (MBGO). Bitte beachten Sie außerdem die Pauschale „Essen“ im Bereich Downloads.
Mitgliedsbeitrags- und Gebührenordnung (MBGO) ab 1. September 2025
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