„Man muss der Jugend genügend Freiheit lassen, damit sie nach einer individuellen Initiative handeln kann. Verschaffen wir ihr also die Mittel, indem wir ihr die Freiheit lassen, schöpferisch zu wirken. Damit aber das individuelle Handeln sowohl frei als auch fruchtbar sei, muss es auf bestimmte Grenzen beschränkt und bestimmten Regeln unterworfen werden, die in eine notwendige Richtung weisen. Diese Regeln müssen von der gesamten Institution beachtet werden“

Maria Montessori

Die Mittel- und Sekundarstufe

Nach der Grundstufe der MONTESSORI Schule führen wir drei Klassen der Mittelstufe (5./6. Jahrgang), drei Klassen der Jugendstufe (7./8. Jahrgang) und zwei Oberstufenklassen (Jahrgang 9/10).

Die SchülerInnen der Mittelstufenklassen befinden sich noch in der Kindheit; wir unterrichten hier nach den gleichen Prinzipien und mit einem ähnlichen Unterrichtsablauf wie in der Grundschule im Rahmen der Kosmischen Erziehung.

Ab der 7. Klasse sind uns Jugendliche in einer schwierigen Umbruchphase anvertraut. Sie sind im Übergang von der Mentalität des Kindes, das innerhalb der Familie lebt, zur Mentalität des Erwachsenen, der in der Gesellschaft lebt.

Als Entwicklungsaufgabe steht also im Vordergrund, ein Gefühl für die Gesellschaft zu entwickeln und den eigenen Platz darin zu finden. Zu keiner anderen Zeit seines Lebens ist der Mensch so stark mit moralischen Werten und Fragen beschäftigt.

Im Mittelpunkt steht in der Jugendstufe das Lernen in Zusammenhängen. Dies geschieht durch Projektunterricht in kulturhistorischen Fächern und in den Praxisbereichen Wirtschaft, Technik und Soziales. Die Jugendlichen werden bei der Planung mit einbezogen und übernehmen Verantwortung. Ganz wesentliche Elemente bilden die Dokumentation, die Selbstkontrolle und die Reflexion ihrer Arbeit. Dazu führen die Jugendlichen ein Studienbuch.

Unsere SchülerInnen können in der Schülermitverwaltung und bei Vollversammlungen das Schulleben mitgestalten und dabei Verbindlichkeit und die Übernahme von Verantwortung lernen.

In der Sekundarstufe arbeiten wir, ebenso wie in der Grundschule, integrativ, denn Schüler mit besonderen Einschränkungen setzen ihre Schullaufbahn an der MONTESSORI Schule fort. In der Pubertät muss dabei besonders beobachtet werden, ob im Einzelfall der schulische Rahmen noch passt. Für Jugendliche mit Behinderungen muss frühzeitig der Beratungsprozess beginnen, welche Wege ihnen nach Erfüllung der Schulpflicht offen stehen. Es ist sinnvoll, bereits ab der 7. Klasse regelmäßige Beratungsgespräche mit den KlassenlehrerInnen, den BerufsberaternInnen bzw. in Frage kommenden Fördereinrichtungen zu vereinbaren.

weiterlesen

Schulleben

Der Unterricht beginnt ab 08:15 Uhr gemäß den Stundentafeln der Mittel- und Sekundarstufe; in der 5. und 6. Klasse findet an zwei bis drei Nachmittagen Unterricht bis 14:45 Uhr statt, ab der 7. Klasse an drei bis vier Nachmittagen.

Der tägliche Kreis ist das Gesprächsforum, in dem die Bindung an die Gruppe stattfindet. Zugleich ist er Planungsort für Themen, die in der Freiarbeit behandelt werden. Er bietet Gelegenheit für Absprachen, Reflexion und Beschlussfassung. Gleichzeitig werden hier das respektvolle Zuhören und die Bewältigung von Konflikten geschult. Die SchülerInnen lernen, Kritik in angemessener Form zu üben und mit ihr umzugehen. Tägliche Stille-Übungen im Kreis geben den Jugendlichen Gelegenheit, sich zu sammeln, zu sich selbst zu kommen und Vertrauen zur Gruppe zu entwickeln.

Praktika
Ab der fünften Klasse gibt es die “Schule vor Ort”. Die Schüler sammeln Erfahrungen in Betrieben, um möglichst frühzeitig einen Einblick in die unterschiedlichen Berufssparten zu bekommen und um eigene Fähigkeiten hinsichtlich einer späteren Berufswahl besser einschätzen zu können.

In der 5. und 6. Klasse steht während der regulären Schulzeit eine Woche für dieses Praktikum zur Verfügung, in der 7. Klasse sind es drei Wochen und in der 8. Klasse vier Wochen Praktikum neben weiteren Berufsorientierungsprojekten. Auch in der 9. und 10. Klasse haben die SchülerInnen die Aufgabe, in einer Woche “Schule vor Ort” die wirtschaftliche und berufliche Praxis zu erkunden bzw. sich Richtung Ausbildungsstelle zu orientieren. Den Platz für das Praktikum sollen die Schülerinnen sich möglichst selbstständig suchen.

Schülerfirma und Pausenverkauf
Die Schule bietet die Möglichkeit, in einem geschützten Raum wichtige praktische praktische Fertigkeiten zu erlernen. Entsprechende Erfahrungen sammeln die SchülerInnen ab der fünften Jahrgangsstufe bei der eigenverantwortlichen Organisation und Abwicklung des Pausenverkaufs. Schülerfirmen können je nach Bedarf und Interesse der SchülerInnen eingerichtet werden.

In praktischen Projekten fließen Inhalte vieler theoretischer Fächer ein und können nachvollziehbar angewendet und erprobt werden. Neben den unterrichtsbezogenen Lerninhalten steht die Förderung persönlicher Fähigkeiten wie Planungsfähigkeit, Teamgeist, Organisationsfähigkeit, Selbstständigkeit und weitere Schlüsselqualifikationen im Mittelpunkt.

Exkursionen
Wir nutzen die Angebote unserer Region, besuchen Ausstellungen oder beteiligen uns an Aktionen, wo immer das für die Unterrichtsthemen sinnvoll ist. Jugendliche in der Sekundarstufe sollten dafür bereits in der Lage sein, sich selbstständig und sicher im Verkehrsnetz von Nürnberg zu bewegen.

Schullandheimaufenthalte und Fahrten
Jede Klasse der Mittel- und Sekundarstufe fährt einmal pro Jahr ins Schullandheim. Neben der Verbesserung des sozialen Klimas in den Klassen und der Einbeziehung unterrichtsspezifischer Themen ermöglicht unsere Auswahl an erlebnispädagogischen Angeboten zudem, dass die Jugendlichen eigene Grenzen erfahren, Widerstände überwinden und neue Anforderungen bewältigen.

Zusätzlich erkunden die SchülerInnen der Mittelstufe in jedem Schuljahr in selbstorganisierten Exkursion einen Teil Bayerns und erschließen sich zunehmend größere Lebensräume mit ihren geographischen und kulturellen Besonderheiten.

In der Sekundarstufe haben die jährlichen Fahrten wechselnde Schwerpunkte: In der 7. und 8. Klasse werden werden die SchülerInnen durch erlebnispädagogische und gemeinschaftsfördernde Aktionen herausgefordert und in der 9./10. Klasse fahren die Klassen in das europäische Ausland, wo es um Begegnung mit einer anderen Kultur sowie Anwendung der Fremdsprache geht. Intensivere Begegnungen waren bereits über einen Schüleraustausch mit Spanien und einem vom deutsch-tschechischen Zukunftsfonds geförderten gemeinsamen Schullandheim mit tschechischen Jugendlichen möglich. Vor den Prüfungen fahren die Klassen 9/10 außerdem in eien “Lerrnwoche”. Hüufig organisieren sich die Abgänger auch noch selbst eien Abschlussfahrt, bei der sie von Lehrkräften begleitet werden.

Ein besonderes Angebot für Jugendliche der 9./10. Klasse ist der walkAway, ein Ausbildungsritual, bei dem die Jugendlichen einen Tag und einen Nacht alleine fastend in der Natur verbringen und dem nachspüren, wo sie in ihrem Leben gerade stehen.

weiterlesen

Freiarbeit und Fachunterricht

Die Freiarbeit stellt auch weiterhin die zentrale Unterrichtsform dar. Durch eine klare Strukturierung des Arbeitsablaufes bietet sie Orientierung und Sicherheit.

In der Freiarbeit werden sprachliche und mathematische Kenntnisse erworben und vertieft, es findet die Auseinandersetzung mit Fragen der Geschichte, der Gesellschaft und der Wirtschaftswelt statt. Sie ist der Rahmen für eine Vielfalt von Referaten, die die Jugendlichen erarbeiten.

Neben der Freiarbeit, in der auch Englisch gelernt wird, gewinnt der Fachunterricht an Bedeutung, der nun auch im Stundenplan ausgewiesen ist. Innerhalb des Fachunterrichts kann es Lektionen/Lehrvorträge geben, es kann aber auch projektartig oder nach den Prinzipien der Freiarbeit gearbeitet werden.

Fachunterricht gibt es, wie schon in der Grundschule, in Sport und Religion, dazu kommen der naturwissenschaftliche Lernbereich (Physik/Chemie/Biologie) und die praktischen Fächer (Soziales, Werken/Textiles Gestalten, Wirtschaft und Technik).

Zusätzlich können sich unsere Schüler für Latein und Spanisch entscheiden oder sich im Chor oder in der Schulband engagieren.

Lernfortschritt und IzEL

Da die SchülerInnen unserer Schule in ihrem eigenen Tempo und entsprechend ihren Fähigkeiten lernen und nicht alle mit demselben Unterrichtsstoff beschäftigt sind, ist ein zentrales Mittel der Erfassung der jeweiligen Lernfortschritte die Planung, Dokumentation und Reflexion der geleisteten Arbeit. Dieser Prozess findet immer zusammen mit der Schülerin/ dem Schüler statt.

In der Sekundarstufe führt jede Schülerin und jeder Schüler ein Studienbuch, in dem täglich die geplante und erledigte Arbeit sämtlicher Fächer dokumentiert wird. Das Studienbuch ist so aufgebaut, dass Platz für persönliche Einschätzungen und Bemerkungen bleibt und die geleistete Arbeit jede Woche in einem schriftlichen Rückblick reflektiert wird.  So erhalten PädagogInnen wie auch Eltern einen Überblick über das Erledigte.

Regelmäßig vergleichen die SchülerInnen ihre Planung mit der tatsächlich geleisteten Arbeit und schätzen die Ergebnisse und ihre Arbeitshaltung ein, wobei die Lehrkräfte ihrerseits das geleistete Pensum kommentieren.

Eine wichtige Funktion zur umfassenden Einschätzung und Förderung unserer SchülerInnen haben die Elterngespräche, die zusammen mit den Jugendlichen stattfinden. Die Eltern vereinbaren hierzu mindestens einmal pro Jahr einen Termin. Zu einem weiteren Termin werden sie von den Lehrkräften eingeladen. Gemeinsam wird die jeweilige Situation besprochen und es werden die nächsten Schritte im Hinblick auf Arbeitsvorhaben und -haltung oder auch soziales Verhalten geplant.

Entsprechend dem üblichen Zeugnisrhythmus erhalten unsere SchülerInnen zweimal jährlich Informationen zu ihrem persönlichen Entwicklungs- und Lernprozess. In diesem mehrseitigen Dokument (IzEL) werden die Schlüsselqualifikationen und Lerninhalte aufgezeigt. Noten werden nicht gegeben. PädagogInnen und SchülerInnen tauschen ihre Einschätzungen in einem gemeinsamen Gespräch aus, das die Grundlage des Zeugnisses (IzEL) bildet und Impulse für die weitere Arbeit gibt.

In der 5. – 7. Jahrgangsstufe werden die IzEL zum Halbjahr ersetzt durch ein Zeugnisgespräch, an dem SchülerInnen, Eltern und KlassenlehrerInnen teilnehmen.

weiterlesen

Große Arbeit

 Präsentation der Großen Arbeit

Ein Höhepunkt in der Laufbahn unserer SchülerInnen ist die Präsentation ihrer “Großen Arbeit”. Hier stellen sie einer größeren Schulöffentlichkeit und einer Jury, in der auch Vertreter der Wirtschaft sitzen, eine Arbeit vor, die sie in der zweiten Hälfte des achten Schuljahres in Begleitung eines Mentors erstellt haben. Dabei können sie zeigen, was sie gelernt haben: ein selbst gewähltes Thema eigenständig zu erarbeiten und zu dokumentieren sowie zu reflektieren und öffentlich vorzutragen. Die Arbeit besteht in der Regel aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil. Für die Arbeit und ihre Präsentation wird eine Urkunde verliehen.

Abschlüsse

Nach der 9. Klasse können die SchülerInnen bei entsprechenden Leistungen von der MONTESSORI Schule ein Zeugnis über einen erfolgreichen Mittelschulabschluss erhalten, die staatliche Anerkennung bestätigt hier das Nürnberger Schulamt.

Da die meisten Schüler den qualifizierenden Mittelschulabschluss oder den mittleren Schulabschluss anstreben, sind die 9. und 10.Klasse geprägt durch die Vorbereitung auf die anstehenden Abschlussprüfungen. Zu diesem Zeitpunkt muss ein ausgeprägt gutes Lern- und Arbeitsverhalten entwickelt sein, wenn unsere SchülerInnen ihre Ziele erreichen sollen. Für den qualifizierenden Mittelschulabschluss nach der 9.Klasse und den mittleren Schulabschluss nach der 10.Klasse müssen sie sich einer “externen Prüfung” stellen, in die sie ihre Jahresleistung (z. B. in Form einer “Vornote”) nicht einbringen können. Die Bereitschaft, die Lern- und Übungsangebote der Schule wahrzunehmen, ist in den Abschlussjahren die Voraussetzung für einen Erfolg. Die externen Prüfungen werden an staatlichen Schulen in enger Kooperation mit den Lehrkräften der MONTESSORI Schule, welche auch an der Abnahme der Prüfung und gegebenenfalls an deren Erstellung beteiligt sind, abgenommen.

Erfolgreicher Mittelschulabschluss
Hier stellen sich die Jugendlichen am Ende der neunten Klasse einer internen Abschlussprüfung in Mathematik, Deutsch, Arbeitslehre und einem gewählten praktischen Fach sowie in einem der Fächer Geschichte/Sozialkunde/Erdkunde, Physik/Chemie/Biologie oder Englisch. Die Prüfungen werden in der MONTESSORI Schule abgenommen und bewertet, bei entsprechenden Leistungen bestätigt das Schulamt den staatlich anerkannten erfolgreichen Mittelschulabschluss.

Qualifizierender Mittelschulabschluss
Die Prüfung zum qualifizierenden Mittelschulabschluss wird in Kooperation mit einer staatlichen Schule ebenfalls nach der neunten Klasse abgenommen. Die Prüfungen finden zum Teil in den Räumen unserer Partnerschule statt.

Der mittlere Bildungsabschluss
Im M-Bereich der MONTESSORI Schule kann der mittlere Bildungsabschluss erworben werden. Der M-Bereich umfasst die Jahrgangsstufen 7 (M7) bis 10 (M10) und endet mit der Abschlussprüfung in der zehnten Jahrgangsstufe. SchülerInnen mit guter Begabung können nach der sechsten Jahrgangsstufe in den M-Bereich aufgenommen werden. Die Jugendlichen können bei einer positiven Entwicklung des Lern- und Arbeitsverhaltens aber auch bis zum Halbjahr der neunten Jahrgangsstufe in den M-Bereich wechseln. Über die Aufnahme entscheidet die Lehrerkonferenz. SchülerInnen mit hoher Leistungsbereitschaft haben die Möglichkeit, sich über besondere M-Kurse und in der jahrgangsgemischten Klasse 8 – 10 auf dem mittleren Bildungsabschluss vorzubereiten.

Die Prüfung zum mittleren Bildungsabschluss wird ebenfalls in Kooperation mit einer staatlichen Schule nach dem freiwilligen Besuch der zehnten Klasse abgenommen. Ein erfolgreicher Besuch der zehnten Klasse setzt ein sehr gutes, eigenständiges Arbeitsverhalten, fundierte Kenntnisse und eine hohe Bereitschaft zur Anstrengung voraus.

Fortsetzung des Bildungsweges an der Montessori Fachoberschule Franken
Die Montessori Fachoberschule bietet die Zweige Wirtschaft, Soziales und Gestaltung an. Die Schüler erreichen nach zwei Jahren das Fachabitur.

Im Entwicklungsprozess hin zur “Schule für ALLE” ist die MONTESSORI Schule einen großen Schritt weiter gekommen, nachdem 2008 die Montessori Fachoberschule Franken gegründet wurde. Der Bildungsweg in der Sekundarstufe wird nun so gestaltet, dass für alle SchülerInnen mit der entsprechenden Leistungsbereitschaft und -fähigkeit der Weg zum Fachabitur möglich ist.

Dazu gehören als erweiterte Unterrichtsangebote in der Sekundarstufe:
•  Latein als Wahlfach in der 5. Klasse
•  mathematische und naturwissenschaftliche Lerninhalte auf erhöhtem Niveau
•  Spanisch als zweite Fremdsprache ab der 7. Klasse
•  Unterstützung der Kommunikationsfähigkeit auf Englisch durch “native speakers”

weiterlesen

Seiteneinstieg

Da wir nur einzelne Plätze für SeiteneinsteigerInnen anbieten können, beraten unsere Lehrkräfte Eltern persönlich, wenn ein Platz in einer Klasse frei wird.

Gerne können interessierte Eltern, die sich um einen Platz auf der Warteliste bewerben möchten, die Informationsmöglichkeiten beim Tag der Offenen Tür oder das Scola-Angebot nutzen.

Informationsmöglichkeiten zu unserer Sekundarstufe:

  • diese Internet-Seite
  • Besuch von Scola-Abenden
  • Tag der Offenen Tür immer am Samstag vor dem 1. Advent

Kosten

Eine detaillierte Kostenübersicht finden Sie auf unserer Startseite unter Downloads.