„Arbeitet ein Kind, so tut es dies nicht, um äußeres Ziel zu erreichen. Sein Ziel ist das Arbeiten.“

Maria Montessori

Grundsätze der Montessori-Pädagogik

Vorbereitete Umgebung
Kinder und Jugendliche finden eine ihrem Alter und Entwicklungsstand entsprechende Umgebung vor, in der sie ihren Lernhunger sättigen, soziale Erfahrungen machen und Orientierung finden können. Die Räume sind überschaubar, klar strukturiert und ästhetisch ansprechend gestaltet und enthalten vielfältige Lernangebote. Werkstätten, Küche, Experimentierecken, Bibliothek, Computer und Außenanlagen laden zu entdeckendem Lernen ein.

Altersmischung
An der MONTESSORI Schule Nürnberg unterrichten wir in altersgemischten Gruppen. Eine altersgemischte Gruppe ist eine “Lerngesellschaft”, in der

  • Kinder oder Jugendliche verschiedener Altersstufen voneinander und auch miteinander lernen können
  • die Kooperation im Vordergrund steht
  • jeder im Lernprozess da abgeholt werden kann, wo er gerade steht
  • alle ständig das gesamte Spektrum der Lernmöglichkeiten vor Augen haben

Die Älteren in der Gruppe erleben bei den Jüngeren, was sie selbst schon geschafft haben, vertiefen und wiederholen ihr Wissen dadurch immer wieder. Häufig werden sie zu “Lehrern” für die Jüngeren, deren Fortschritte sie besser würdigen können als jeder Erwachsene. Die Jüngeren sehen, was sie selbst alles noch zu lernen haben, wissen aber auch, dass sie Zeit dafür haben.

Schule für ALLE – Heterogenität
Wir setzen unsere Klassen bewusst heterogen zusammen, streben also nicht nach einer möglichst einheitlichen Gruppe, wenn es um persönliche Potenziale, den sozialen Hintergrund oder die ethnische Zugehörigkeit geht. Die Heterogenität in einer “Schule für ALLE” ist eine Chance, die Möglichkeiten und Grenzen des menschlichen Lebens täglich zu erfahren, voneinander und übereinander zu lernen sowie andere Lebenswelten als die der eigenen Familie zu entdecken und akzeptieren zu lernen.

Freiarbeit

“Arbeit” ist in der Entwicklung des Kindes von zentraler Bedeutung. Unter “Arbeit” verstehen wir dabei insbesondere bei kleineren Kindern “intensive Tätigkeit”.

Die zentrale Arbeitsform vom Kinderhaus bis zum Ende der Schulzeit ist die Freiarbeit. Da Freiarbeit eine Form der indirekten Erziehung ist, wird das Kind bzw. der Jugendliche nicht durch direkte Anweisungen der PädagogInnen, sondern durch die gesamte Lernumgebung zum selbstbestimmten Lernen angeregt. Die wesentlichen Bedingungen der Freiarbeit sind die freie Wahl und die Arbeit. Das Kind ist frei in der Wahl des Gegenstands, des Ortes, der Sozialform und der Zeit innerhalb eines vorgegebenen Rahmens. Arbeit bedeutet, dass es sich ausdauernd und engagiert einlässt auf das, was es gerade tut. Die Arbeit verlangt volle Konzentration. Eine begonnene Arbeit wird zu Ende geführt. Die Arbeit ist eine Herausforderung für das Kind oder den Jugendlichen und ermöglicht ihm Lernzuwachs und Entwicklung.

Damit die Ziele der Freiarbeit erreicht werden können, gestalten und pflegen die PädagogInnen die vorbereitete Umgebung und sorgen für eine ruhige und entspannte Arbeitsatmosphäre. Um in freier Arbeit mit dem Montessori-Material arbeiten zu können ist es notwendig, dass die Kinder und Jugendlichen das Material kennen. Deshalb werden sie in fachgerechten Einführungslektionen damit vertraut gemacht.

Weitere Aufgaben aus Lehrgängen und Büchern können die Materialarbeit in der Schule ergänzen. Da das Prinzip des “Lernens durch Lehren” einen hohen Stellenwert hat, bereiten die Kinder während der Freiarbeit häufig Referate vor.